Startseite Starkregen und Klimawandel: Kommunale Vorsorge und Unterstützung bei Anpassungskonzepten

Starkregen und Klimawandel: Kommunale Vorsorge und Unterstützung bei Anpassungskonzepten

Die aktuellen Flut- und Hochwasserkatastrophen in Amerika aufgrund des Tropensturms „Harvey“, aber auch die Überschwemmungen in Indien mit ihren verheerenden Folgen, sind nach Expertenmeinung auch auf die globale Erderwärmung und den Klimawandel zurückzuführen. Sie verdeutlichen, dass die Folgewirkungen des Klimawandels und auch der globalen Erderwärmung weltweit immer weniger beherrschbar sind. Umso wichtiger ist es, dass sich Städte und Gemeinden auch in Deutschland bei Vorsorgekonzepten sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel engagieren und hierbei von Bund und Ländern unterstützt werden.

Neben extremer Hitze und Dürreperioden stellen in Deutschland insbesondere die Folgen von Starkregenereignissen und Hochwasser eine besondere Herausforderung dar. Nach Angabe des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) haben Stürme, Hagel und Starkregen allein im Jahr 2016 versicherte Sachschäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Die Hälfte der Schäden verursachten die beiden Frühjahrsunwetter 2016. Ähnliche Zahlen sind für das laufende Jahr 2017 zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund haben die kommunalen Spitzenverbände gemeinsam mit dem VKU ein aktuelles Positionspapier zum Thema „Starkregen und Sturzfluten – Globalen Auswirkungen lokal begegnen“ erstellt. Hierbei haben die kommunalen Spitzenverbände die gezielte Förderung von lokalen Netzwerken durch Bund und Länder als wirksames Instrument herausgestellt. Zudem wird es auch in Zukunft erforderlich sein, dass konkrete bauliche Schutzmaßnahmen „vor Ort“ umgesetzt und auch finanziell gefördert werden.

Eine nachhaltige Starkregenstrategie benötigt Ressourcen, die in vielen Kommunen nicht vorhanden sind. Kommunen und kommunale Abwasserwirtschaft benötigen daher finanzielle Anreize, um in einem ersten Schritt einen „Starkregendialog“ vor Ort in Gang zu setzen. Kommunen, die bereits über den Dialogprozess hinaus in die praktische Umsetzung gehen, bedürfen einer weitergehenden Förderung. Vor diesem Hintergrund wäre es sinnvoll, ein Förderprogramm aufzulegen, das die Gründung von lokalen Netzwerken unter Leitung einer sachkundigen Moderation unterstützt. Hinzukommen müssen investive Maßnahmen sowie eine wassersensible Umgestaltung von Siedlungsgebieten. Diesbezüglich kann von bereits umgesetzten „guten Beispielen“ in Kommunen gelernt werden. Nach Auffassung des DStGB ist es wichtig, alle beteiligten Akteure einschließlich der Bürgerinnen und Bürger für dieses wichtige Thema weiter zu sensibilisieren.

Weitere Informationen können dem Positionspapier entnommen werden, welches im Internet unter http://www.dstgb.de/ („Meldungen“) abgerufen werden kann. 

(Quelle: DStGB – Aktuell, Städtebau, Vergabe und Umwelt 3517 vom 01. September 2017)

 

Nach oben scrollen